Female Power auf Festival-Bühnen

Female Power auf Festival-Bühnen

Was vor der Bühne längst die Regel ist, ist AUF der Bühne oft die Ausnahme: die Präsenz von Frauen. Grund genug, sechs Künstlerinnen vorzustellen, die in der vergangenen Festivalsaison ordentlich abgeliefert haben – und damit ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. Auf ihrer Agenda? Den weiblichen Musik-Nachwuchs supporten, Power-Attitüde und Party – und das genreübergreifend.

Alarm mit Alma

Neongelbe Haare, edgy Style und eine klare Message: Bei Rock am Ring durchbricht die junge Finnin Alma das rocklastige Line-up mit ihrem ganz eigenen poppigen EDM-Sound – und das mit voller Wucht. Ihrer Musik und ihrem Auftreten wird immer wieder das Label „Girl Power“ aufgedrückt. Ein Grund: Ihre häufige Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen wie Charli XCX, Dua Lipa, Mø oder Zara Larsson. Auch auf der Bühne wird sie von weiblichen Background-Vocals unterstützt. Clap your Hands für so viel Girl Power-Alarm!

Das Konzert von Alma bei Rock am Ring 2018 gibt es hier.

Banging Beth!

Punk und Riot Grrrl, Fashion-Ikone, Karl-Lagerfeld-Muse, Leadsängerin der Band Gossip und glamouröse Solokünstlerin – das alles ist Beth Ditto. Sie beschreibt sich selbstbewusst als „fette, feministische Lesbe aus Arkansas“ und setzt sich für Body Positivity ein, etwa indem sie eine Übergrößen-Kollektion für die britische Modekette Evans kreiert: "Meine Idee von Übergrößen-Mode ist nicht, dass die Frauen darin dünner aussehen sollen. Ich will, dass sie cool aussehen. In meinen Sachen darf man einen dicken Arsch haben. Punkt.“ Übrigens: Am Ende ihres Gigs bei Rock am Ring hat die Dame ihren Allerwertesten nicht nur auf der Bühne geschwenkt – sondern auch in der Crowd.

Das Konzert von Beth Ditto bei Rock am Ring 2018 gibt es hier.

Ego-Trap von Danitsa

Mit ihrem Debütalbum „Ego“ zeigte die junge Schweizerin, dass stimmlich intensiver Trap Frauensache ist. Auch, wenn sich Danitsa den Feminismus nicht auf die Fahne schreibt, kann sie sich in der männlich geprägten Hip-Hop-Welt nicht davon loslösen: „Leute denken oft, dass man als Frau die Brüste zeigen muss, um bekannt zu werden. Ich will, dass man mir zuhört wegen meiner Stimme und nicht wegen meines Aussehens“, erklärte sie in einem Interview mit Swiss Music. Word!

Das Konzert von Danitsa beim Openair Frauenfeld 2018 gibt es hier.

Karrierefrau Dreezy

Mit einer Coverversion von Nicki Minajs „Chiraq“ – genau einen Tag nach Veröffentlichung des Originals – erschien die US-amerikanische Rapperin Dreezy erstmals auf dem HipHop-Radar. Der Effekt: Viele feierten das Cover mehr als das Original. Doch Dreezy bleibt bescheiden; „Nicki Minaj ist die beste weibliche Rapperin – und ich war nur ein kleines Mädchen aus Chicago“, sagte sie in einem Interview gegenüber Mashable. Eine Tiefstaplerin also? Never ever! Im selben Interview haute sie raus, dass sie das neue weibliche Gesicht des Hip-Hop werden will. Auch so geht Female Power!

Das Konzert von Dreezy beim Openair Frauenfeld 2018 gibt es hier.

Doro – DIE Konventionen-Brecherin

Die Queen of Metal steht schon seit Anfang der 1980er Jahre auf der Bühne. Mit ihrer Band Warlock trat sie 1986 (!) als erste Frau (!!) bei dem Heavy-Metal-Festival Monsters of Rock auf. Seit den 1990ern ist sie in der Männerdomäne solo unterwegs. Klar ist: Doro ist eine DER Wegbereiterinnen für weibliche Acts, egal ob Rock, Pop oder Metal. Ihr Auftritt beim Wacken 2018 zeigt, warum: Herzblut und hohe Professionalität – seit Anfang an das Markenzeichen der Frau, die von Konventionen nicht viel hält.

Das Konzert von Doro beim Wacken 2018 gibt es hier.

Nightwish – erfolgreich durch female Vocals

Das Erfolgsrezept der Symphonic-Metal-Band Nightwish? Ganz klar die weibliche Leadsängerin. Mit dem klassisch-opernhaften Gesang von Tarja Turunen mischt die finnische Band Ende der 1990er Jahre harte Metalgitarren zu einem ganz neuen Sound. Nach etwas Hin-und-Her in der Bandbesetzung ist mittlerweile die Niederländerin Floor Jansen Leadsängerin. Eine Erfolgsformel, die überzeugt. Genauso wie das Argument, dass Frauen in der ersten Reihe – VOR und AUF der Bühne – nie die Ausnahme sein sollten.

Das Konzert von Nightwish beim Wacken 2018 gibt es hier.

Female Power