Kurz-Chronik: 30 (!) Jahre Black Eyed Peas

Kurz-Chronik: 30 (!) Jahre Black Eyed Peas

1988: In Deutschland steht die Mauer noch, Justin Bieber ist noch nicht einmal geboren und der Game Boy noch lange nicht auf dem Markt. Damals lernen sich die Achtklässler William Adams (will.i.am) und Allan Pineda (apl.de.ap) kennen. Beide verstehen sich auf Anhieb blendend, haben Bock auf Musik und fangen an, gemeinsam zu Rappen und stehen schon bald zu zweit auf der Bühne. 1993 folgt der Plattenvertrag bei Ruthless Records, dem Plattenlabel von Rap-Legende Easy-E. Gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern – Mookie Mook, DJ Motiv8 und Dante Santiago – bilden sie die Rap-Combo Atban Klann, was für „A Tribe Beyond a Nation" steht. Sie nehmen ihr Debütalbum auf, das jedoch nie veröffentlicht wird. Der Grund? Die Gruppe war dem Gangster-Rap Label Gerüchten zufolge zu brav, Texte und Auftreten seien zu positiv und friedlich.1995 dann der Cut: will.i.am und apl.de.ap suchen sich ein neues Label, ändern Besetzung und Bandnamen. Aus Atban Klann wird Black Eyed Peas und als Verstärkung kommt Jaime Gomez (Taboo) dazu. Auf dem Label Interscope erscheint Mitte 1998 schließlich das Debütalbum „Behind The Front“ mit der Single-Auskopplung „Joints & Jam“, heute nur Insidern und Die-Hard-Fans bekannt.

Positive Vibes statt Gangster Image

Losgelöst von HipHop-Konventionen vereint die Band auf „Behind The Front“ Einflüsse aus Soul, Old School, Latin, HipHop und Funk. Schon jetzt ist klar: Die Mische macht‘s. Bei ihren Auftritten setzen sie auf Live-Instrumente anstelle von Sampling. Statt Gangster-Image wollen sie Spaß und gute Laune transportieren – und das mit tanzbaren Beats. Mit dieser genreübergreifenden Mischung stoßen sie eingefleischten HipHop-Fans vor den Kopf – und gewinnen abseits der Szene neue Fans. Viele neue Fans. Das BEP-Erfolgsrezept ist geboren. Auch andere Stars werden auf die Gute-Laune-Kombo aufmerksam, die Gastauftritte auf dem Nachfolge-Album „Bridging The Gap“ liest sich wie die Gästeliste der Grammys: Wyclef, De La Soulund Macy Gray sind mit dabei.

Durchbruch dank Zaubermischung

Mit „Elephunk“ folgt 2003 endgültig der internationale Durchbruch. Durch die neue Sängerin Stacey „Fergie“ Ferguson wird der charakteristische Sound der Band mit einer weiblichen Stimme angereichert. „Where Is The Love?“ wird als Anti-Irakkrieg-Lied zur ersten Single des Albums und direkt zum Hit – genauso wie die folgenden Veröffentlichungen „Shut Up“ und „Hey Mama“.

Trotzdem schaffen es die Black Eyed Peas mit dem 2005 veröffentlichten Album „Monkey Business“ erneut, alle Erfolge zu toppen. Das Album mit Hits wie „Don’t Phunk With My Heart“ und „Pump It“ verkauft sich weltweit über neun Millionen Mal. Kein Wunder, dass sie eine ausgedehnte Welttournee anschließen, deren letzter Stop in Rio de Janeiro über eine Millionen Fans anzieht – das ist 13 Mal das Berliner Olympiastadion gefüllt. Trotzdem sorgen Fergies und will.i.ams Soloprojekte kurzzeitig für Auflösungsgerüchte, die jedoch spätestens durch das Album – das ausgerechnet – den Titel „The E.N.D“ trägt, wieder zerstreut werden. Durch poppige Rhythmen und Elektro-Beats bewegen sich die BEP mit dem fünften Album immer weiter Richtung Mainstream, in dem sie sich spätestens mit dem 2010 folgenden Album „The Beginning“ pudelwohl fühlen. Peak der „Poppisierung“der BEP ist die Hit-Single „The Time (Dirty Bit)”, ein Elektro-Cover des Dirty-Dancing-Hits “The Time Of My Life“.

Comeback nach acht Jahren

In den folgenden Jahren wird es erst einmal stiller um die Band, während sich die Mitglieder wieder vermehrt auf ihre Soloprojekte konzentrieren. So arbeitet Fergie an ihrem zweiten Album „Double Dutchess“ und will.i.am als Produzent und Songwriter für Künstler wie Britney Spears, Filme, Serien und Computerspiele. Der Leadsänger ist politisch aktiv, gründet sein eigenes Modelabel und spielt auch noch im vierten „X-Men“-Teil mit. Nachdem die Black Eyed Peas 2016 für eine Neuauflage von „Where Is The Love?“ Featured Artists wie Wiz Khalifa, Vanessa Hudgens, Snoop Dogg und LL Cool J zusammentrommeln, gibt Fergie ein Jahr später schließlich ihre Trennung von der Band bekannt. Der Grund: Sie wolle nicht zu egoistisch sein und der Band ihre Songs aufdrücken, wie sie im Interview mit dem Radiosender SiriusXM sagt. Ohne weibliche Stimme veröffentlichen die verbleibenden Mitglieder Anfang 2018 überraschend den Song „Street Livin“, mit dem sich die Black Eyed Peas nach den Ausflügen in den Mainstream Pop wieder auf den guten alten Sprechgesang zurückbesinnen. Back to the Roots – und das wieder dezidiert politisch. Mitte September folgt die Single „Big Love“ und die Ankündigung des neuen Albums „Masters of the Sun Vol. 1“, mit dem sie nach acht Jahren Pause am 26. Oktober ihr Comeback feiern.

Vom Rap zum Pop und wieder zurück: Das sind die Black Eyed Peas heute. Beim Street Gig am 8. November in Köln können Die-Hard-Fans der ersten Stunde, genauso wie Elektro-Pop-Fans erleben, wie die BEP auf der Bühne eingängige HipHop-Beats mit tanzbarem Pop mischen.

Black Eyed Peas bei den Telekom Street Gigs