Metal Mythen – und was dahintersteckt

Metal Mythen – und was dahintersteckt

Hip-Hopper tragen Baggies und Reggae-Fans kiffen? Um jede Musikrichtung ranken sich Klischees und Legenden. Ein Genre, das besonders mit Vorurteilen zu kämpfen hat, ist der Metal: Glaubt man den Gerüchten, besteht die Szene weitestgehend aus Satan-Anbetern und unmusikalischen Schreihälsen – denkste! Wir räumen die Klischeeschublade mal ein bisschen auf.

Harte Kerle mit langen Bärten

Metal wird von ganz harten Kerlen gemacht – volltätowiert, mit langen Haaren und grimmigen Mienen. Ja, das stimmt. In einigen Metal-Musikern schlummern jedoch auch echte Normalos. So besucht der Sänger der Death-Metal-Band Cannibal Corpse, George „Corpsegrinder“ Fisher leidenschaftlich gerne Freizeitparks mit seiner Frau und sammelt Kuscheltiere. Sänger und Gitarrist der Band Kreator, Mille Petrozza, lebt seit Jahren vegan und setzt sich für Tierrechte ein. Und der ehemalige Bassist der norwegischen Black-Metal-Band Gorgoroth, King ov Hell, arbeitete zuvor als Grundschullehrer.

Die Szene bleibt unter sich

Auf einer echten Metal-Kutte ist kein Platz für einen Stones-Aufnäher. Wer sich einmal dem Metal verschrieben hat, der bleibt auch dabei. Möööp. Falsch. So ist Ice-T – eigentlich Rapper – gleichzeitig Sänger der Metalband Body Count. Bereits in den 1980ern trugen Thrash-Metal-Bands gerne Bandshirts von Hip-Hop-Acts. Andersherum outen sich Künstler wie Casper und Post Malone als große Metalfans. Und geht man auf ein Hip-Hop-Konzert, darf mittlerweile eins nicht fehlen: der Moshpit. Was auf Metal-Festivals, wie dem Wacken, nicht fehlt: Die ganze Family. Hier treffen sich nicht nur die harten Kerle, sondern ganze Familienbanden.

Teuflisch

Apropos harte Kerle. Vielen Metalbands wird schnell ein Hang zum Satanismus nachgesagt. Kein Wunder, finden satanische Bezüge doch oftmals Verwendung in der Ästhetik und den Texten des Black Metal – jedoch ohne ernsthafte satanische Überzeugung, sondern als Ausdruck von Rebellion. Ein gutes Beispiel ist Running Wild. Die deutsche Heavy-Metal-Band wurde aufgrund ihres teuflischen Images dem Black Metal zugeordnet. Ihr Gitarrist Gerald „Preacher“ Warnecke studierte jedoch zur Zeit ihres Debütalbums Theologie und wurde später sogar evangelischer Pfarrer in Köln.

Alles nur Geschrei

Wenn es fürs harmonische Singen nicht reicht, wird man halt Metal-Musiker und kann sich die Seele aus dem Leib schreien? Eher nicht. Laut einer Studie von VVN Music sind zwei Sänger mit dem größten Stimmumfang Metal-Musiker: Corey Taylor von Slipknot und Mike Patton von Faith No More lassen Sangesgrößen wie Mariah Carey und David Bowie im (Blut-) Regen stehen.

Metal macht mürrisch

Metal ist der Egoshooter der Musikgenres – so das Klischee: Hörer von Heavy Metal sind aggressiv, wütend und gewaltbereit. Ganz im Gegenteil. Studien belegen: Hören von Metal führt zu verringerter Feindseligkeit, Reizbarkeit und Stress sowie erhöhter Inspiration und Motivation.