22.07.2021

Musik statt Melange! Das ist Wiener Klassik

Als „klassisch“ bezeichnen wir für gewöhnlich allgemeingültige, meisterhafte und zeitlose Dinge; und echte „Klassiker“ sind für uns Gegenteile der flüchtigen Mode. Dass wir es bei unseren drei Protagonisten Haydn, Mozart und Schubert mit eben solchen Klassikern zu tun haben, steht außer Frage. Ihre Musik prägte eine ganze Ära und überdauert Jahrhunderte, ohne dabei an Aktualität zu verlieren. Kommt mit und begebt euch gemeinsam mit uns auf eine Epochenreise in die Wiener Klassik…

Musik made in Wien

Unter der Herrschaft der Habsburger, die selber bekennende Musikliebhaber und -kenner waren, entwickelte sich Wien schon seit dem 17. Jahrhundert zum musikalischen Zentrum. Spätestens ein Jahrhundert später gab die kaiserliche Residenzstadt neben Paris, Neapel und London in Sachen Musikkultur den Ton an – im wahrsten Sinne des Wortes. Zu dieser Entwicklung trugen unter anderem die Adligen des Kaiserhofs bei, in deren Kreisen es sich ziemte, eine hauseigene Hofkapelle zu unterhalten. Aber auch die breite Bevölkerung wurde durch das Aufkommen der Musikkritik in Zeitungen oder Zeitschriften und die zunehmende Popularität öffentlicher Konzerte gegen Eintrittsgeld mehr und mehr auf den (Musik-)Geschmack gebracht. Beste Voraussetzungen also für unsere Komponisten!

Aus Genies werden Klassiker

Zu den wichtigsten Vertretern der Wiener Klassik zählt Joseph Haydn. Doch auch für einen der bekanntesten österreichischen Komponisten war aller Anfang schwer: Als freischaffender Musiker und Kammerdiener hangelte sich Haydn von Job zu Job, ehe ihn die wohlhabende Familie Esterházy schließlich als Kapellmeister engagierte. Jetzt begann die Blütezeit seiner Musik: Während seiner fast dreißigjährigen Anstellung am Hof produzierte Haydn unzählige Kompositionen. Er entwickelte seinen Stil stetig weiter, wurde beim breiten Publikum immer beliebter und imponierte dabei nicht zuletzt einem aufstrebenden Musik-Youngster.

Der junge Mozart ließ sich musikalisch bereits seit einiger Zeit von Haydn beeinflussen. Insbesondere die Streichquartette Haydns übten so große Faszination aus, dass Mozart ihm sogar sechs seiner eigenen Kompositionen widmete. Mit dem Umzug von Salzburg nach Wien entstand, trotz ihres großen Altersunterschiedes, eine tiefe Freundschaft zwischen beiden Komponisten. Auch musikalisch. So prägten sie gemeinsam den unverwechselbaren Stil der Wiener Klassik: heitere Musik mit teilweise dramatisch-monumentalen Ausbrüchen, die oft auch einen gewissen Witz erkennen lässt. Mit dieser neuen Art der Instrumentalmusik emanzipierten sich die Komponisten der Wiener Klassiker von der Vokalmusik des Barocks (in Form von Opern oder Kirchenmusik) und prägten den vorherrschenden Musikstil von etwa 1750 bis 1850.

Ein schweres Erbe

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der vorherrschende Musikstil hin zu dem, was wir heute die Musik der Romantik nennen. Der gebürtige Wiener Komponist Franz Schubert steht am Übergang dieser Entwicklung. Zur Zeit Schuberts galten die Wiener Klassiker als Vertreter einer „goldenen Vergangenheit“ oder sogar als „titanische Vorbilder“. Und so orientierten sich seine Kompositionen noch immer an den in der Wiener Klassik dominierenden Formen der Sinfonie, des Quartetts und der Klaviersonate. Dennoch lassen sie mit ihrem gefühlvollen, intensiven Ausdruck bereits erste Anzeichen der aufkommenden Romantik durchblitzen. Könnt ihr es raushören?

Musikgeschichte schön und gut – jetzt gibt’s „Klassik“ zum Hören, Sehen und Fühlen. Lehnt euch zurück und genießt tolle Stücke unserer liebsten Wiener Klassiker.