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nothing,nowhere – Senkrecht zur Spitze des Emo-Rap

nothing,nowhere begibt sich auf eine Entdeckungsreise zu postmodernem HipHop und klassischem 2000er-Emo-Punk. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Abwandlung der Rap-Musik, die in seinem zweiten Album „Ruiner“ noch ausgefeilter wirkt.

Wenn man sich 2015 durch die Neuerscheinungen auf Bandcamp wühlte oder auch lange genug die Untiefen des Soundcloud-Rap erkundete, stieß man fast zwangsläufig auf den mysteriösen Namen nothing,nowhere. Dass sich ein gewisser Joe Mulherin dahinter verbarg, blieb vorerst unbekannt – sogar sein Gesicht versteckte er auf Profilfotos. Trotzdem, oder auch deswegen, schrieben ihn unzählige Pop- und HipHop-Produzenten an, in der Hoffnung, in Zukunft mit ihm zusammenarbeiten zu können – die Symbiose aus dramatischem Emo-Punk und postmodernem Rap übte einen unwahrscheinlichen Reiz aus.

Eigentlich hatte sich der in Vermont hausende Musiker auf digitale Filmproduktion fokussiert und studierte an der Filmhochschule am Burlington College. Nachdem erste Tourneen an der Seite von Tiny Moving Parts, La Dispute und Thrice aber zeigten, dass sein Emo-HipHop über alle Genregrenzen hinweg funktioniert, entschied er sich kurzerhand dazu, das Filmemachen an den Nagel zu hängen.

Was als Fehltritt hätte enden können, entpuppte sich spätestens dann als die richtige Entscheidung, als im Oktober letzten Jahres sein Debüt „Reaper“ erschien. Das Album beschwörte Nostalgie und die glorreichen Tage des Emo-Punk herauf, ohne diesen Sound zu kopieren. Zwar basierte alles auf den konventionellen Instrumentierungen des Genres, allerdings vermählte nothing,nowhere. einen Großteil seiner Songs mit poppigen HipHop-Beats. Lobeshymnen der New York Times beschrieben sein Debüt als „eines der vielversprechendsten Popalben des Jahres.“

Schon sechs Monate später erscheint nun der Nachfolger.
Dass er sich als Veröffentlichungsdatum für sein bevorstehendes Album „Ruiner“ den im Volksglauben Unheil verheißenden Freitag den 13. aussuchte, war dabei garantiert kein Zufall. „Ruiner“ ist, wie auch sein Vorgänger, eine Erforschung von Mulherins depressiver Gedankenwelt, seiner Lebensangst und in den düstersten Momenten sogar Suizidgedanken. Zeilen wie „I can never be someone else’s remedy“ in „Rejecter“ wirken jedoch nie selbstbemitleidend, sondern bloß schonungslos ehrlich. Während manche Songs wie „Better“ eher poppige Gitarren aufweisen, überraschen „Hammer“ und „Changer“ durch kommerzielle Basslines, die von griffigem Rap stabilisiert werden. Egal, welchem Ansatz er sich gerade hingibt – lyrisch bleibt der junge Sänger konstant bedächtig, düster und eine starke Stimme für Menschen, die an psychischen Krankheiten leiden.

nothing,nowhere.’s unverhüllte und authentische Art kann im Oktober erstmals auch hierzulande live erlebt werden, nachdem sich in anderen Ländern bereits um seine Präsenz gerissen wird: Seine Londoner Headline-Show ist ausverkauft, und auch beim Chicagoer Lollapalooza legt der amerikanische Sänger eine Stippvisite ein.      

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