29.06.2021

Was ist eigentlich Indie? Drei Fragen zum Genre

Unabhängig, anders und abseits des Mainstreams – seit den 1970er Jahren entwickelt sich Indie-Musik zu einem der gefragtesten Genres der Musikwelt. Ursprünglich umfasste Indie im weitesten Sinne Rockmusik, die von kleinen Independent-Labels veröffentlicht wurden. Inzwischen kommt kein Festival mehr ohne die Indie-Stars aus. Aber was genau ist denn jetzt Indie? Und wie hört sich das an?


Wie ist Indie-Musik entstanden?

Die Geschichte der Indie-Musik beginnt im Manchester der 1970er, wo die Pop-Punk-Gruppe Buzzcocks 1977 die erste unabhängig finanzierte EP veröffentlichten. Der Erfolg des Albums war so groß, dass ein Jahr später allein in Großbritannien Hunderte selbst gegründete Labels entstanden. Spätestens ein Jahrzehnt darauf hatte sich Indie-Musik zu einer echten Größe entwickelt. Bands wie The Cure oder Depeche Mode trafen mit ihrer Musik genau den Zeitgeist und spielten bereits große Stadiontourneen. Und der große internationale Erfolg stand noch bevor: Die 90er Jahre gelten als das goldene Zeitalter der Indie-Musik – sowohl kreativ als auch kommerziell. Bands wie Nirvana und Pearl Jam, die während der sogenannten Post-Punk-Ära entstanden waren, erwirtschafteten Millionenumsätze auf der ganzen Welt und brachten nebenbei einen neuen Sammelbegriff für Indie-Musik hervor: den „Alternative Rock“. Unter dieser neuen Kategorie etablierten sich von da an viele junge Indie-Musiker, die eine neue Vielfalt des Genres unterstrichen – z.B. punkige Bands wie Green Day und The Offspring oder Lo-Fi-Spezialisten wie Beck.

Woran erkennt man den Indie-Sound?

Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang – fertig ist die Indie-Band? Auch wenn Indie-Künstler Fangemeinden vor allem durch ihre authentische und leidenschaftliche Art der Musik begeistern, lässt sich der typische Indie-Sound nicht so leicht bestimmen. Denn Indie steht auch für die Freiheit, sich mit ganz eigenen Sounds und unabhängigen Botschaften ausdrücken zu können. Und diese ständig zu erweitern. Während der Indie-Sound also in den 1980ern an Punk, Psychedelic Rock, Industrial oder an New Wave angelehnt war, bildeten sich bis heute Subgenres wie Lo-fi, Speed Punk, Dark Indie, Indie electronic u.v.m. Indie-Musik schafft eine Nische für individuelle Künstler unterschiedlichster Stile – von der kleinen Garagenband bis zu Festival-Dauerbrennern wie Bastille und die Imagine Dragons.

Indie – ist das eine Lebenseinstellung?

Genau wie ihre Musik, ist auch der Lifestyle vieler Indie-Künstler unabhängig. Wovon? Im Prinzip von allem. Denn auch bei Themen wie z.B. der Mode geht es darum sich so darzustellen wie es einem gefällt. Während viele große Weltstars auf der Bühne extra angefertigte Designer-Outfits präsentieren, müssen Indie-Künstler meist auf die eigene Stilsicherheit setzen. Viele von ihnen nutzen ihre Kleidung um sich vom Mainstream abzuheben – oder im besten Fall dem Mainstream ein Stück voraus zu sein. Dabei setzen Indie-Stars nicht selten neue Trends, wie es in ihrer Anfangszeit einst die Beatles mit ihren legendären Pilzköpfen vormachten.