22.11.2021

Women in Classical Music

Sie sind Meisterinnen, Multitalente, Powerfrauen – Solistinnen in der klassischen Musik. Die Zeiten, in denen das Klassik-Genre eine reine Männerdomäne war, sind lange vorbei – auch dank Pionierinnen wie Clara Schumann und Martha Argerich. Heute erobern junge Musikerinnen die Bühnen auf der ganzen Welt und überzeugen mit Virtuosität, Power und Eleganz. Wir stellen drei dieser starken Frauen ins Rampenlicht:

Khatia Buniatishvili

Seit ihrem dritten Lebensjahr spielt Khatia Buniatishvili Klavier. Ihr Repertoire umfasst heute hauptsächlich romantische und spätromantische Stücke der Komponisten Liszt, Chopin, Mussorgsky und Rachmaninow. Die gebürtige Georgierin begeistert ihr Publikum auf der ganzen Welt. Immer mit dabei ist ihre Mutter, die ihre erste Klavierlehrerin war und heute die ausgefallenen Bühnenkleider stylt. Auch mit Schwester Gvantsa, ebenfalls Pianistin, teilt sich Khatia Buniatishvili hin und wieder die Bühne. Das nennen wir geballte Frauenpower! Dafür räumte die Pianistin, neben vielen weiteren Auszeichnungen, bereits zwei Klassik Echos ab. Überzeugt euch selbst von unserer Solistin am Piano und schaut euch ihr Konzert beim Rheingau Musik Festival an.

Sol Gabetta

Kaum zu glauben: Noch bis in die 1950er Jahre galt das Cello als „Männerinstrument“. Die Haltung des Instruments zwischen den Beinen wurde bei Frauen als anrüchig und lasziv empfunden und so spielten die wenigen Cellistinnen dieser Zeit in der „anständigen Damenposition“. Dass wir heute anders darüber denken, haben wir auch starken Frauen wie Sol Gabetta zu verdanken. Die Cellistin mit russisch-französisch-argentinischen Wurzeln gastierte als erste Frau am Cello bei den Berliner und den Wiener Philharmonikern und räumte bereits einen Klassik Echo als „Instrumentalistin des Jahres“ ab. Gegen die erotischen Vermarktungsstrategien der klassischen Musikbranche wehrt sich die weltberühmte Cellistin vehement. Sol Gabetta überzeugt lieber mit musikalischem Talent und ihrem außergewöhnlichen Spiel voll Eleganz und Anmut.

Bomsori Kim

Achtung! Diese Powerfrau haut uns nicht nur mit ihrem exzellenten Spiel um. Wenn sie nicht gerade auf der Bühne oder im Proberaum steht, widmet sich Violinistin Bomsori Kim dem Kampfsport. Seit ihrer Kindheit praktiziert die junge Wahlberlinerin mit ihrem Vater Tai Chi. Das Ziel der chinesischen Kampfkunst liegt vor allem darin, mithilfe von Meditation das Chi zu kontrollieren – genau das helfe der Violinistin dabei, sich auf die Musik zu fokussieren, sich zu beruhigen und ihren Körper besser zu verstehen. Auf der Bühne verzaubert uns Bomsori Kim mit ihrem unvergleichlichen Spiel auf der G.B. Guadagnini. Das Instrument wurde im Jahr 1774 von Giovanni Battista Guadagnini, einem der besten Geigenbauer in der Geschichte, hergestellt und ist eine Leihgabe der Kumho Asiana Cultural Foundation. Fun Fact: In einem Interview bezeichnete unsere Solistin die Geige als „männlich“. Der geballten Ladung Frauenpower, mit der uns Bomsori Kim immer wieder begeistert, tut das aber keinen Abbruch.

Und jetzt: Bühne frei, für unsere Solistinnen!